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Link-Tipp: Franco Moretti liest an der Uni Konstanz über digitale Literaturwissenschaft

Eigentlich wollte ich diesen Link schon längst mit euch geteilt haben, gemeinsam mit einem Kommentar zu der Vorlesung. Aber wie das so häufig ist, rutschen Dinge, die man besonders gern tun möchte ganz nach hinten auf die To-Do-Liste. So habe ich also die Vorlesung noch immer nicht selbst angesehen. Für alle, die sowieso lieber gleich die ganze Vorlesung anschauen möchten und keinen Kommentar brauchen, kommt hier also nun endlich der Link. Für alle anderen folgt demnächst ein Kommentar.

Distant Reading: Wie viel Distanz zum Text ist gesund?

In seinem Buch „Distant Reading“, dass ich vor kurzem hier vorgestellt habe, behauptet Franco Moretti bewusst provokant, es würde nichts nützen, immer mehr zu lesen. Statt dessen müssten Literaturwissenschaftler endlich die Kunst des nicht-Lesens erlernen. Dieser Satz hat mich nicht lange erschüttert und schnell begeistert. Ja, das nicht-Lesen war es, dass ich in meiner Doktorarbeit auch betreiben wollte. Jetzt habe ich ein erstes Distant-Reading Tool ausprobiert und möchte kurz zurückschauen, welche Ungenauigkeiten man in Kauf nehmen muss, wenn man damit arbeiten möchte. Dazu habe ich einen Text zuerst in einem Mittelweg zwischen Close und Distant Reading locker nebenbei gelesen und alle Ortsnamen, die mir aufgefallen sind, in eine Tabelle geschrieben. Danach habe ich den gleichen Text mit dem Stanford Named Entity Recognizer analysiert. Zu guter Letzt habe ich dann den Text noch einmal sogfältig mit CATMA getaggt. Die Ergebnisse dieses close- gegen not too close und distant reading möchte ich in diesem Post mit euch teilen.

Franco Moretti has stated in his book „Distant Reading“ that we should start to learn how not to read. Despite the provoking undertone this was a phrase that cought me directly and I definitely wanted to start learning how not to read. Now that I tried to use a first distant reading tool on  literary texts, I would like to reflect a little on the pros and cons of distant reading. Therefore I tried first to read a text rather fast and not too closely, then I let the same text be read by the Stanford Named Entity Recognizer and finally close read the text and tagged it with CATMA. Now I want to share my experiences with you.

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Weil wir es können – Ideen zu Matthew L. Jockers‘ „Macroanalysis“

20140501-193251.jpgVor kurzem fragte ein Digital Humanist über den Humanists Listserver, welche zwei Bücher man empfehlen könne, um einen Überblick über das zu geben, was die digitalen Geisteswissenschaften in der Analyse von Literatur leisten können. Ein Kollege empfahl „Macroanalysis“ von Matthew L. Jockers, ein Buch, das auch schon seit ein paar Tagen auf meinem Couchtisch bereit lag. Nun, da ich es durchgelesen habe, bin ich gleichzeitig angetan und enttäuscht. Jockers entfacht zwar ein ganzes Feuerwerk von Methoden, antwortet aber nur selten auf die Frage, was wir am Ende eigentlich wissen, wenn wir fleißig möglichst große Ergebniskonvolute gesammelt und ausgewertet haben.

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