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Link-Tipp: Franco Moretti liest an der Uni Konstanz über digitale Literaturwissenschaft

Eigentlich wollte ich diesen Link schon längst mit euch geteilt haben, gemeinsam mit einem Kommentar zu der Vorlesung. Aber wie das so häufig ist, rutschen Dinge, die man besonders gern tun möchte ganz nach hinten auf die To-Do-Liste. So habe ich also die Vorlesung noch immer nicht selbst angesehen. Für alle, die sowieso lieber gleich die ganze Vorlesung anschauen möchten und keinen Kommentar brauchen, kommt hier also nun endlich der Link. Für alle anderen folgt demnächst ein Kommentar.

Kängurus jagen mit Rolling Delta

Ein Känguru geht um in Europa. Und in meinem Freundeskreis. Und in meinem Herzen, wenn ich ehrlich bin. Zum Glück wohnt es mit einem Kleinkünstler namens Marc-Uwe Kling zusammen, der sich als Chronist seines aufwühlenden Lebens bereitstellt. Gerade diesen Mitbewohner sah ich neulich mit ein paar Kollegen bei einer Lesung auftreten. Kollegen, die – so schien es – sich teils in seinem Ruhm sonnten und teils zu eigenem gelangen wollten. Eine kurze Nachbereitungsrecherche ergab, dass Herr Kling auch gern mit seinen Kollegen zusammen Bücher veröffentlicht. Was also liegt für eine Digital Humanista nun näher, als mit einer kurzen Stilanalyse zu prüfen, wie ähnlich sich die Mitglieder dieser Berliner Schreibstube wohl wirklich sind.
Since weeks and months an I guess even years there are three audiobooks on the German bestselling list: chronicles of a kangaroo 1-3. I am very sorry to say that it is not transleated into English (yet?). However, one should never say never and maybe this post will be relevant to an Englisch speaking audience one day, so here it is:

First of all I have to admit, that I am quite fond of the kangaroo and so are my friends and so is, I guess, a huge part of the German reading community. So when I had the opportunity to go to a reading of Marc-Uwe Kling and some colleagues of his, I took it. What I saw there on stage were four youg writers, three of them more or less trying to catch a bit of Klings fame in one moment, trying to free themselves of it in order to find their own style in the next. Coming home with that experience in mind, it did not take me long to grap my computer and do a petite stylometric analysis in order to find out, who of the members of that staged-readings-cicle from Berlin comes closest to the writing of Marc-Uwe Kling.

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Distant Reading: Wie viel Distanz zum Text ist gesund?

In seinem Buch „Distant Reading“, dass ich vor kurzem hier vorgestellt habe, behauptet Franco Moretti bewusst provokant, es würde nichts nützen, immer mehr zu lesen. Statt dessen müssten Literaturwissenschaftler endlich die Kunst des nicht-Lesens erlernen. Dieser Satz hat mich nicht lange erschüttert und schnell begeistert. Ja, das nicht-Lesen war es, dass ich in meiner Doktorarbeit auch betreiben wollte. Jetzt habe ich ein erstes Distant-Reading Tool ausprobiert und möchte kurz zurückschauen, welche Ungenauigkeiten man in Kauf nehmen muss, wenn man damit arbeiten möchte. Dazu habe ich einen Text zuerst in einem Mittelweg zwischen Close und Distant Reading locker nebenbei gelesen und alle Ortsnamen, die mir aufgefallen sind, in eine Tabelle geschrieben. Danach habe ich den gleichen Text mit dem Stanford Named Entity Recognizer analysiert. Zu guter Letzt habe ich dann den Text noch einmal sogfältig mit CATMA getaggt. Die Ergebnisse dieses close- gegen not too close und distant reading möchte ich in diesem Post mit euch teilen.

Franco Moretti has stated in his book „Distant Reading“ that we should start to learn how not to read. Despite the provoking undertone this was a phrase that cought me directly and I definitely wanted to start learning how not to read. Now that I tried to use a first distant reading tool on  literary texts, I would like to reflect a little on the pros and cons of distant reading. Therefore I tried first to read a text rather fast and not too closely, then I let the same text be read by the Stanford Named Entity Recognizer and finally close read the text and tagged it with CATMA. Now I want to share my experiences with you.

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Meine erste Kartenvisualisierung

Okay, sie lässt inhaltlich noch sehr zu wünschen übrig, aber wenn man so seine allererste Visualisierung vor sich hat, kann man seinen Stolz einfach nicht zurück halten und so muss ich euch heute die meine präsentieren. Was ihr seht ist ein Korpus von rund 30 Hamburgromanen nach Genres. Auf einer zweiten Ebene entfalten sich die ersten 50 Seiten von einem dieser Romane. Man sieht: Ein „St. Pauli Krimi“ ist stets mehr als das.

I did it. My first map visualization is online. I see it is not perfect yet especially on the content side, but I am so proud, I absolutely have to share it with you today. What you see is the metadata of approximately 30 novels from Hamburg. They are connected to the areas of the city they are set in and tagged by genre. On a second layer you see the named places on the first 50 pages of one of those novels. In the end what is called a „St. Pauli“ novel seems to be much more than that.

Weil wir es können – Ideen zu Matthew L. Jockers‘ „Macroanalysis“

20140501-193251.jpgVor kurzem fragte ein Digital Humanist über den Humanists Listserver, welche zwei Bücher man empfehlen könne, um einen Überblick über das zu geben, was die digitalen Geisteswissenschaften in der Analyse von Literatur leisten können. Ein Kollege empfahl „Macroanalysis“ von Matthew L. Jockers, ein Buch, das auch schon seit ein paar Tagen auf meinem Couchtisch bereit lag. Nun, da ich es durchgelesen habe, bin ich gleichzeitig angetan und enttäuscht. Jockers entfacht zwar ein ganzes Feuerwerk von Methoden, antwortet aber nur selten auf die Frage, was wir am Ende eigentlich wissen, wenn wir fleißig möglichst große Ergebniskonvolute gesammelt und ausgewertet haben.

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